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Erde & Kompost » Der MEG-Gartentipp

Naturnahes Gärtnern: Wildpflanzen in Töpfen

Wildpflanzen – viel mehr als nur „Unkraut“ 

Wildpflanzen oder –kräuter fielen lange Zeit für viele Gartenliebhaber in die Rubrik „Unkraut“. Doch sind diese heimischen Pflanzen, die hierzulande `in natura´ wachsen und sich über Samen und / oder Ausläufer vermehren viel mehr als das. Sie bieten zahlreichen Insektenarten wie Bienen, Hummeln und Schmetterlingen Futterplätze und Nistgelegenheiten. Für einen naturnahen Garten sind heimische Wildpflanzen daher unverzichtbar. Dabei kann man auch auf kleinstem Raum naturnah Gärtnern, denn die meisten Arten gedeihen auch in Kübeln und Töpfen und sind daher auch für Balkone und Terrassen geeignet. Naturnahes Gärtnern ist aktiver Artenschutz und keine sehr zeitaufwändige Beschäftigung, denn Wildpflanzen sind pflegeleicht und anspruchslos.  

Genügsame Blütenpracht im Topf 

Im Gegensatz zur herkömmlichen Balkonbepflanzung mit Einjährigen, die nur eine Sommersaison lang halten, ist das Hobbygärtnern mit Wildpflanzen auf ein längeres Beisammensein eingerichtet: Mehrjährige winterfeste Arten sorgen für ausdauernden Pflanzenschmuck über das ganze Jahr und über mehrere Jahre hinweg.

Je größer der Topf, umso besser gedeihen die Pflanzen!  Eine wirksame Drainage im Pflanzgefäß ist von Vorteil. Als Erde ist die Blumenerde aus der Produktreihe „Erden aus Hessen“ geeignet, die mit Sand etwas abgemagert werden sollte. Denn viele Wildpflanzen zählen zu den schwach zehrenden Pflanzen, das heißt sie benötigen relativ wenig Nährstoffe im Gegensatz zu den üblichen Sommerblumen. Auch das Nachdüngen in den Folgejahren kann auf ein Minimum beschränkt werden, da aus dem Kompostanteil in der „Blumenerde aus Hessen“ immer noch Nährstoffe nachgeliefert werden. Es reicht im Frühjahr gut ausgereiften Oberhessischen Qualitäts-Kompost oberflächlich einzuarbeiten.                                                                                                     

Kombinieren ganz nach Bedarf 

Im Folgenden finden Sie besonders geeignete Wildpflanzen für Töpfe und Balkonkästen, sowie attraktive Pflanzenzusammenstellungen für Pflanzgefäße.  

• Robustes, blühfreudiges Potpourrie im Topf

Gipskraut (Gypsophila repens rosea oder alba)
Rotes Seifenkraut (Saponaria ocymoides)
Knäuelglockenblume (Campanula glomerata)
Katzenminze (Nepeta cataria)

Gipskraut und rotes Seifenkraut sorgen für schöne Blütenvorhänge. Die Knäuelglockenblume setzt gebündelte blaue Akzente, die Katzenminze bildet ein halbmeterhohes duftendes Blütenwunder. Für den Pflanzvorschlag wurde ein Gefäß von 37 cm Höhe und 36 Zentimeter Durchmesser (oben) gewählt (ca. 35 Liter Volumen).

• Früh- und Spätblüher gemeinsam im Topf

Frühlingsadonisröschen (Adonis vernalis) mittig,
Große Gewöhnliche Küchenschelle (Pulsatilla vulgaris grandis)
2 Weisse Gewöhnliche Küchenschellen (Pulsatilla vulgaris alba)
3 Berglauch (Allium montanum) in die Lücken am Rand.

Die Blütezeit dieser Pflanzengemeinschaft beginnt mit den Frühlingsarten ab März bis in den Mai. Im Spätsommer trumpft der Berglauch mit kopfigen rosafarbenen Blütenständen auf.

• Duftendes Potpourrie im Balkonkasten für die Verwendung in der Küche:

5 Karthäusernelken (Dianthus carthusianorum)
2 Basilikum (Ocimum basilikum)
1 Essigrose (Rosa gallica)
2 Gewürzthymian (Thymus vulgaris).

Heide-Nelke im Topf
Der bevorzugte Standort der Heide-Nelke (Dianthus deltoides) ist eine vollsonnige Lage - im Topf gedeiht sie aber auch gut im Halbschatten. Ihre purpurfarbenen Blüten zeigen sich ab Juni bis zum September. Die Blütenblätter sind essbar. Sie bilden eine delikate Dekoration auf Süßspeisen, Salaten und anderen Gerichten. Als leicht saure Erde ist  die Oberhessische Blumenerde optimal für die Heide-Nelke.

Spätblühende Bergminze im Topf
Die Blütezeit der Bergminze (Calamintha nepeta) beginnt, wenn viele Sommerblüher sich bereits verabschieden: von August bis in den November hinein, in warmen Jahren sogar bis Dezember. Die intensiv duftenden Blätter treiben ab März aus.

Empfehlungen für Wildstauden in Blumenkästen, angepasst an Standortbedingungen:

• Wildstauden in Blumenkästen für sonnige Standorte mit abwechselnden Blühzeiten von März bis Oktober:

Gewöhnliche Grasnelke (Ameria maritima)
Kalk-Aster oder Berg-Aster (Aster amellus)
Goldhaar-Aster (Aster linosyris)
Gänseblümchen (Bellis perennis)
Kleinblütige Bergminze (Calamintha nepeta)
Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea)
Mauer-Zimbelkraut (Cymbalaria muralis)
Gewöhnliche Gundelrebe (Glechoma hederacea)
Kleines Habichtskraut (Hieracium pilosella)
Margerite (Leucanthemum vulgare)
Steppen-Salbei (Salvia nemorosa)

• Wildstauden in Blumenkästen für halbschattige bis schattige Standorte mit abwechslungsreichen Blütenfarben und wintergrünen Blattstrukturen:

Alpen-Frauenmantel (Alchemilla alba)
Ästige Graslilie (Anthericum ramosum)
Herbst-Alpenveilchen (Cyclamen hederifolium Album)
Mauer-Zimbelkraut (Cymbalaria muralis)
Blutroter Storchschnabel (Geranium sanguineum)
Gewöhnliche Gundelrebe (Glechoma hederacea)
Stinkende Nieswurz (Helleborus foetidus)
Gefleckte Taubnessel (Lamium maculatum)
Schneeweiße Hainsimse (Luzula nivea)
Wiesen-Schlüsselblume (Primula veris)
Gelber Lerchensporn (Pseudofumaria lutea)

Die Pflanzbeispiele zeigen, dass sich zahlreiche Wildpflanzensorten und -arten kombinieren lassen. Sie entwickeln sich je nach Standort und Größe der Gefäße. Hierzu weitere Anregungen aus der Praxis:

Thymian-Arten variieren, auch als Unterpflanzung zu hoch wachsenden Kübelpflanzen.

Rosmarin `Rex´ (Rosmarinus officinalis) als Solitärpflanzung z. B. im Kübel - allerdings nur in geschützten Lagen zu empfehlen. Rosmarin `Rex´ ist eine wüchsige Standardsorte mit hellblauen Blüten. Er zeichnet sich durch einen ausgeglichenen, aufrechten Wuchs, unempfindlichen Wurzeln und einer enormen Wüchsigkeit aus.

Zwerg-Gehölze in Kübeln und Kästen

Schwarzer Geißklee (Cytisus nigricans)
Österreichischer Geißklee (Chamaecytisus austriac.)
Färberginster (Genista tinctoria)

 

Weitere Informationen zu Wildpflanzen sowie Wildpflanzen-Verkaufsstellen finden Sie beim Naturgarten – Verein für naturnahe Garten- und Landschaftsgestaltung e.V., 74076 Heilbronn, www.naturgarten.org

 

- Die Empfehlungen zu Pflanzenkombinationen in Töpfen stammen aus dem Buch `Das Topfpflanzen Buch´ von Dr. Reinhard Witt, (www.reinhard-witt.de)

- Die Listen der Wildstauden für Balkonkästen stammen von der Kräuter- und Wildpflanzengärtnerei Strickler in Alzey

- Die Fotos wurden freundlicherweise vom HUMUS UND ERDEN KONTOR zur Verfügung gestellt.

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